Du kaufst dir einen neuen Rucksack, der laut Aufschrift „wasserabweisend” ist. Oder du greifst im Supermarkt zur praktischen Mikrowellenpopcorn-Tüte. Oder du benutzt seit Jahren dieselbe beschichtete Bratpfanne. All das klingt harmlos, aber in all diesen Produkten könnten PFAS stecken, jene Ewigkeitschemikalien, die sich kaum abbauen und sich im Laufe der Zeit in deinem Körper anreichern. Also: wo genau sind PFAS enthalten?
PFAS in Alltagsprodukten: die wichtigsten Quellen
Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nehmen Menschen PFAS hauptsächlich über Lebensmittel und Trinkwasser auf. Daneben spielen aber auch Innen- und Außenraumluft, Hausstaub und der direkte Kontakt mit Verbraucherprodukten eine Rolle. Das BfR listet eine beeindruckend lange Reihe von Produktbereichen auf, in denen PFAS eingesetzt werden.
Klar, das klingt nach sehr viel auf einmal. Deswegen hier ein strukturierter Überblick, aufgeteilt nach den Bereichen, wo du im Alltag am häufigsten mit PFAS in Berührung kommst.
PFAS in der Küche: Kochgeschirr und Geräte
Der wohl bekannteste Einsatzbereich ist die Küche. Antihaftbeschichtungen auf Pfannen, Waffeleisen, Sandwichmaker, Backformen und Grillplatten basieren häufig auf PTFE, einem Kunststoff aus der PFAS-Familie, besser bekannt unter dem Markennamen Teflon. Solange diese Beschichtungen intakt sind und nicht überhitzt werden, gelangen nach aktuellem Wissensstand keine relevanten Mengen direkt in die Lebensmittel. Dennoch verursacht die Herstellung und spätere Entsorgung dieser Produkte erhebliche PFAS-Einträge in die Umwelt.
Wer auf der sicheren Seite sein möchte, findet auf dieser Website ausführliche Übersichten zu PFAS-freien Alternativen, zum Beispiel Bratpfannen ohne PFAS, Waffeleisen ohne PFAS und Airfryer ohne PFAS.
PFAS in Lebensmittelverpackungen
Ein weniger offensichtlicher, aber wichtiger Eintragsweg sind Lebensmittelverpackungen. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass viele Einwegverpackungen aus Pappe, Papier oder Zuckerrohr PFAS enthalten, vor allem dann, wenn sie gleichzeitig fettende und feuchte Lebensmittel verpacken sollen. Betroffen sind Hamburgerverpackungen, Pommestüten, Pizzakartons, To-Go-Becher und Mikrowellenpopcorn-Tüten. Auch Backpapier und Dauerbackfolien werden häufig mit PFAS-Beschichtungen ausgerüstet.
Der BUND hat bei einem europaweiten Verpackungscheck in Verpackungen von Fast-Food-Ketten erhöhte PFAS-Werte festgestellt. Ab August 2026 setzt das EU-Verpackungsgesetz neue Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen, was den Einsatz deutlich einschränken soll.

PFAS in Lebensmitteln selbst
Und jetzt kommt der Teil, der die meisten überrascht: PFAS stecken nicht nur in Produkten, sondern auch direkt in dem, was wir essen. Sie gelangen über kontaminierte Böden und Gewässer in die Nahrungskette.
Laut BfR sind tierische Lebensmittel besonders stark belastet. Fisch und Meeresfrüchte stehen ganz oben auf der Liste, gefolgt von Fleisch, Innereien und Eiern. Milchprodukte spielen eine geringere Rolle. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA bestätigt dieses Bild und hat seit April 2023 Höchstgehalte für vier PFAS in Eiern, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten festgelegt.
| Lebensmittel | PFAS-Belastung |
|---|---|
| Fisch und Meeresfrüchte | Hoch |
| Innereien (z. B. Leber) | Hoch |
| Wild | Hoch |
| Fleisch und Geflügel | Mittel |
| Eier | Mittel |
| Milchprodukte | Gering bis mittel |
| Pflanzliche Lebensmittel | Gering (Datenlage begrenzt) |
Besonders für Kinder ist das relevant: Aufgrund ihres geringeren Körpergewichts kann ein einziges stark belastetes Ei pro Woche bereits ausreichen, um die von der EFSA festgelegte tolerierbare Wochendosis zu überschreiten.
PFAS in Textilien und Outdoorprodukten
Wasserabweisende Outdoorjacken, Regenhosen, Rucksäcke, Zelte und Schuhe werden häufig mit PFAS-haltigen Imprägnierungen behandelt, damit Wasser abperlt und Schmutz nicht haftet. Das International Pollutants Elimination Network (IPEN) hat 2023 in einer Studie PFAS in Outdoorjacken aus dreizehn Ländern nachgewiesen, darunter auch viele Kinderprodukte, die direkt auf der Haut getragen werden. Auch Teppiche, Polstermöbel, Tischdecken und Bettwäsche mit Fleckschutzausrüstung können PFAS enthalten.
Viele Outdoor-Hersteller steigen inzwischen auf PFAS-freie Alternativen um und kennzeichnen ihre Produkte entsprechend. Siegel wie Bluesign, OEKO-TEX Standard 100 oder GOTS sind verlässliche Hinweise auf PFAS-freie Textilien.
PFAS in weiteren Haushaltsprodukten
Die Liste ist länger, als die meisten ahnen. Das BfR nennt neben den bereits genannten Bereichen noch weitere Produktgruppen: Skiwachse und Imprägniermittel, Farben und Lacke, Reinigungsmittel und Pestizide, Kosmetik (selten, aber möglich, erkennbar an „PTFE” oder „-fluoro-” in der Ingredients-Liste), Zahnseide mit PTFE-Beschichtung sowie Feuerlöschschaum, der an Flughäfen und Industriestandorten eingesetzt wird und erheblich zur Boden- und Grundwasserbelastung beiträgt.
Auch in Elektronik, Fahrzeugen und Wärmepumpen werden PFAS als Schmiermittel oder in Kältemitteln eingesetzt. Das sind Bereiche, auf die Verbraucher weniger direkten Einfluss haben, die aber zur allgemeinen Umweltbelastung beitragen.
PFAS in Trinkwasser und Innenraumluft
Über PFAS im Trinkwasser gibt es einen eigenen Artikel auf dieser Website. Kurz zusammengefasst: PFAS wurden in einer bundesweiten BUND-Studie aus 2025 in 42 von 46 Trinkwasserproben nachgewiesen. Auch Hausstaub und Innenraumluft können PFAS enthalten, zum Beispiel durch den Abrieb von beschichteten Gegenständen oder PFAS-haltigen Teppichen und Möbeln.
Wie erkennst du PFAS-haltige Produkte?
Da es keine allgemeine Kennzeichnungspflicht für PFAS gibt, ist das im Alltag nicht immer einfach. Hilfreiche Hinweise sind Bezeichnungen wie „wasserabweisend”, „schmutzabweisend”, „fleckgeschützt” oder „ölabweisend” auf Produkten, die diese Eigenschaften normalerweise nicht von Natur aus haben. Auch die App „Scan4chem” kann dabei helfen: Einfach den Barcode scannen und eine Anfrage zum PFAS-Gehalt direkt an den Hersteller schicken, der laut EU-Recht innerhalb von 45 Tagen antworten muss.
Wenn du wissen möchtest, wie du PFAS in deinem Alltag konkret reduzieren kannst, findest du dazu auf dieser Website einen ausführlichen Artikel über PFAS vermeiden.
Quellen:
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in Lebensmitteln und der Umwelt, bfr.bund.de
- Umweltbundesamt (UBA): FAQ zu PFAS, umweltbundesamt.de
- Verbraucherzentrale NRW: Ewigkeitschemikalien PFAS, verbraucherzentrale.de
- BUND: PFAS in Lebensmitteln, bund.net
- IPEN: PFAS in Outdoor-Kleidung (Studie 2023), ipen.org